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Gurke, ein zartes Pflänzchen

Der Kampf auf dem Gurkenblatt

Gurken sind eine wirkliche Mimosen-Kultur. Sie mögen keinen kalten Boden, kein kaltes Gießwasser, keinen Wind aber immer ein Lüftchen, ausreichend Dünger aber bitte nicht alles auf einmal,  eine hohe Luftfeuchtigkeit (75-80%) und schön warm (25-28°C), aber bloß nicht zu warm (>30°C). Und sie werden von Schädlingen nur so heimgesucht: Da wären die Grüne Gurkenblattlaus, die grün-gefleckte Kartoffelblattlaus und die grün-gestreifte Kartoffelblattlaus, die alle gerne an den Blättern saugen. Besonders die Gemeine Wiesenwanze macht uns dieses Jahr zu schaffen: Sie saugt an den Triebspitzen, sodass diese verkrüppeln. Desweiteren sind die Gurkenpflanzen ein Leckerbissen für Blüten- und Zwiebelthripse und natürlich Spinnmilben.

Ist eine Gurke also mal krumm oder hat eine vernarbte Stelle, so ist die Saugtätigkeit dieser kleinen Tierchen dafür die Ursache. Quasi zu jedem "Schädling" gibt es auch "Nützlinge" - "quasi", weil es stets natürliche Feinde gibt, aber diese sind nicht immer käuflich erhältlich. Besser also, wenn man ein Biotop schafft, in dem sich die Nützlinge von selbst ansiedeln. 2018 hat sich neben den Gurken ein schöner Wildblühstreifen entwickelt, in dem sich viele Nützlinge tollen. Zusätzlich kaufen wir bestimmte Arten hinzu. Etwa die Raubmilben als Gegenspieler der Spinnmilben und bei Bedarf verschiedene Schlupfwespenarten gegen die verschiedenen Läusearten.

 

Auf dem Gurkenblatt herrscht Krieg. Die Schlupfwespen legen ihre Eier in die Läuse hinein. Diese werden dann von den schlüpfenden Larven von innen aufgefressen. Die Ameisen schützen jedoch die Läuse, um sie melken zu können. Marienkäfer und Marienkäferlarven lieben auch Läuse als Nahrung. Sie legen ihre Eier am liebsten direkt neben eine Lauskolonie. So haben die Larven direkt das Fressen vor der Haustür.

Weiter hoben, wo es heiß und trocken ist, sind die Spinnmilben zu Hause. Ihre natürlichen Feinde sind die Raubmilben. Die räuberisch lebenden Tiere stechen Spinnmilben und Spinnmilbeneier an und saugen sie aus. Allerdings mögen sie es eher feucht und nicht zu warm, sodass die Spinnmilbe bei heißen Bedingungen im Sommer sich dennoch durchsetzen kann.