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Steckrübe

Die Mecklenburgische Ananas

Die Steckrübe hat gemeinhin einen schlechten Ruf, der aus ihrer zwanghaften Verwertung während des "Steckrübenwinters" 1916/17 im Ersten Weltkrieg herrührt. Die Kartoffelernte 1916 war eine Missernte, sodass die Bürger mit der Steckrübe vorlieb nehmen mussten. Mit Bezeichnungen wie Mecklenburgische Ananas oder Ostpreußische Ananas sollte den Leuten die Rübe schmackhaft gemacht werden. 1917 erschienen eigens Steckrüben-Kochbücher mit Rezepten für Steckrüben-Marmelade, Aufläufe, Suppen, Sauerkraut-Ersatz oder  Steckrüben-Kaffee. Als am Ende des Winters 2017 immer noch sehr viele Steckrüben übrig waren, musste jede Familie eine gewisse Menge abnehmen musste, um überhaupt andere Lebensmittel kaufen zu können.

 

Soweit will ich hier bei der Solawi nicht gehen. Es steht euch völlig frei, die Steckrübe auch liegen zu lassen. Andererseits kommt die Vielfalt im Winter nicht vom Acker, sie wird in der Küche gemacht. Und ein geringer CO2-Ausstoß ist mir ihrem Genuss ebenfalls verbunden: Ihr Anbau ist einfach und der kg-Ertrag pro m² hoch. Die Lagerung verläuft problemlos. Sie wächst sehr gut in Norddeutschland , sodass Transportwege auch für Nicht-Solawi-Mitglieder kurz sind.

 

Unser Gärtner-Koch Niels gibt folgende Zubereitungstipps:
Steckrübe kann man gut mit Kartoffeln kombinieren, als Püree, in die Gemüsesuppe oder als Gratin zubereiten.

  • Für das Püree: Kartoffeln und Steckrübe zusammen dünsten und mit etwas Milch und Gewürzen stampfen; wichtig dabei ist, dass man es stampft! und nicht mit dem Mixer püriert, weil sonst alles schleimig wird.
  • Für das Gratin: Kartoffeln und Steckrüben roh in dünne Scheiben schneiden oder hobeln, in eine gefettete Form schichten - dabei jede Schicht würzen - und mit einer Masse aus Eiern und Sahne bedecken. Anschließend im Ofen backen.